Rodeln in Tux

Rodeln im Zillertal: Winterliche Vielfalt mit Spaßfaktor

Rodeln im Zillertal: Winterliche Vielfalt mit Spaßfaktor
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Nicht nur eine Bootsfahrt ist lustig. Mindestens ebenso schön ist eine winterliche Rodelpartie. Wie viel Spaß dies machen kann, erlebt man am besten in Tux-Finkenberg im Tiroler Zillertal.

„Wir wollen heute nicht Skifahren. Die Sicht ist nicht optimal und der Schneefall macht es zusätzlich schwieriger. Was könnten wir denn machen?“, fragen meine Gäste. „Wie wär’s denn mit Rodeln?“, schlage ich ihnen vor und hole ein bisschen aus: „Ich kann mich noch gut an jenen Tag erinnern, als ich als kleiner Bub mit meiner Mutter den Schlitten beim ‚alten Sagschneider’ abgeholt habe“.

Zu wissen, dass dem Rodelspaß mit meinen Freunden auf der Dorfwiese nichts mehr im Wege stehen konnte, sorgte für eine gewisse Vorfreude. „Diese Erinnerungen kommen mir heute immer wieder in den Sinn, wenn ich zum Rodeln aufbreche. Während mir der damalige Schlitten natürlich inzwischen zu klein geworden ist, hat sich an der Freude am Rodeln nichts geändert“.

Lohnende Ziele für Winterwanderungen und Skitouren

Aus der kurzen Fahrt auf der Dorfwiese ist eine Winterwanderung geworden, die an verschiedenen Ausgangspunkten in der Region Tux-Finkenberg beginnt und nach ein- bis eineinhalbstündigem Aufstieg vorerst bei einer jener Hütten endet, die auch im Sommer mit bezauberndem Panorama und Spezialitäten aus Küche und Keller Gäste anlockt. Als wir gerade frisch gemachte Zillertaler Krapfen serviert bekommen, kommt ein Berg- und Skiführer an unseren Tisch.

Er hat seinen Gästen während einer Skitour die Schönheiten des Tales gezeigt. Er erzählt von fantastischen Erlebnissen in der wilden Landschaft. Eine kleine Jause aus dem Rucksack habe ihm und seinen Begleitern in der aufgehenden Sonne besonders gut geschmeckt und die Abfahrt durch den Tiefschnee sei einfach wunderschön gewesen. Gespannt hören wir seinen Schilderungen zu.

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In traumhafter Umgebung die Seele baumeln lassen: Winterwandern in Tux Finkenberg. (c) TVB Tux-Finkenberg

„Bei der Wildtierfütterung oberhalb des Hochlegers ist immer ein ganzes Rudel Rehe beim Äsen. Der Aufsichtsjäger war gerade beim Auffüllen des Futters, damit die Tiere morgens und abends ihren Hunger stillen können. Um sie dabei nicht zu erschrecken, sollen Fütterungen – vor neun Uhr morgens um die Zeit der Dämmerung – auf jeden Fall großräumig umgangen werden. Wir wollen ja auch nicht beim Essen gestört werden, oder? Ein Fernglas ist für solche Zwecke immer im Rucksack“, erklärt er uns.

Alternative Aufstiegsmöglichkeit

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Schneeschuhwandern bringt ein großes Naturerlebnis mit sich. (c) TVB Tux-Finkenberg

Nach der gemütlichen Einkehr erkundige ich mich beim Hüttenwirt über die Rodelzeiten, damit ich nicht unfreiwillige Bekanntschaft mit entgegenkommenden Rodeltaxis mache, die als alternative Aufstiegsmöglichkeit im Einsatz sind. Weil ich dieses Mal mit Gästen unterwegs bin und gemütlich ins Tal rodeln möchte, leihe ich mir in der Hütte eine herkömmliche Rodel aus.

Die Strecke eignet sich nicht nur untertags, sondern dank der Beleuchtung auch abends für ungetrübten Rodelspaß. Außerdem finden dort auch Dorf- und Vereinsmeisterschaften statt. Die Teilnehmer brausen dabei in den meisten Fällen mit einer „Gallzeiner“ (eine Art Rennrodel) zu Tal. Zur Ausrüstung gehört aber für alle neben warmer Sportkleidung und guten Handschuhen auf jeden Fall auch ein Helm (das hat nichts mit Geschwindigkeit zu tun). Drei, zwei, eins … und los geht’s.

Nach Schneeschuhwanderung und Rodeln zur Skishow

Als wir mit unseren Rodeln am Weg ins Tal sind, steigen noch weitere Rodler auf. Unter ihnen ist ein Bergwanderführer des Hochgebirgs-Naturparks Zillertaler Alpen. Er ist mit einer ganzen Runde unterwegs. Weil wir uns längere Zeit nicht mehr gesehen haben und sich seine Gäste über eine willkommene Trinkpause freuen, steige ich von der Rodel ab. „Die sind nagelneu“, deutet er auf seine Schneeschuhe. „Daher muss ich sie heute mal testen. Wichtig ist die flexible Bindung, in die man mit Bergschuhen hinein steigen kann. Die seitlichen Zacken geben zusätzliche Sicherheit und Halt beim Auf- und Abstieg. Geht man rückwärts, dann sollte man unbedingt die Beine heben, um nicht zu stolpern. Und wenn’s durch kniehohen Schnee gut, machen sich Gamaschen sehr gut“.

Während wir uns unterhalten haben, hat er die mitgebrachten Fackeln angezündet, die ihm und seiner Gruppe nicht nur mehr Licht spenden, sondern zusätzlich für romantisches Flair sorgen. Nach gut zehn Minuten Pause bricht er auf, denn seine Gruppe freut sich schon auf die Hütte und die Jause. Wir verabreden uns noch zu einem Glühwein bei der abendlichen Skishow „Heartbeat of Snow“ der Skischulen von Tux und Finkenberg (jeden Montag in der Hinteranger-Arena in Lanersbach). Aber das ist eine andere Geschichte.

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Nach dem Abendessen nochmals raus auf die Piste: Skishow „Heartbeat of Snow“ in der Hinteranger-Arena in Lanersbach. (c) TVB Tux-Finkenberg